Gedenkstätte

NS-Zwangsarbeit für die Evangelische Kirche – Friedhofslager Berlin-Neukölln

April 2025
Flughafen Tempelhof, Berlin

Am historischen Standort des ehemaligen NS-Zwangsarbeiterlagers in Berlin-Neukölln entstand ein Gedenkort, der Erinnerung räumlich erfahrbar macht. Ausgangspunkt ist die Freilegung der Grundmauern und historischen Spuren, die aus konservatorischen Gründen partiell übermauert und in eine reduzierte, zeitlose Gestaltung überführt wurden. Ausstellungsgestaltung und Garten- und Landschaftsbau greifen dabei ineinander und bilden eine untrennbare Einheit – eine präzise Komposition aus Raum, Information und Landschaft.

Zentrale Elemente sind klar gesetzte Wege, Freiflächen und Interventionen: Eine monolithische Informationswand bildet den inhaltlichen Anker. Schlanke Stelen strukturieren das Gelände und übersetzen die Dimension der Zwangsarbeit in den Raum. Dezente Schilder und Ausstellungstafeln ergänzen die Vermittlung. Die Elemente bestehen aus pulverbeschichtetem Stahl mit feiner Struktur, kombiniert mit Glaselementen als Grafikträger. Dauerhafte Beschriftungen im Siebdruck sowie lasergeschnittene Typografie für Titel und Wegeleitung sind präzise integriert. Ergänzt wird dies durch modernen, schalungsglatten Weißbeton, der die historischen Spuren fasst und in die Gegenwart überführt.

Die Gestaltung setzt auf Zurückhaltung und Klarheit: Materialien, Proportionen und Typografie sind fein aufeinander abgestimmt und schaffen eine Atmosphäre der Orientierung und Reflexion.

buerojolas begleitete das Projekt über mehrere Jahre und entwickelte ein integratives Konzept, das Ausstellung und Landschaft zu einer ganzheitlichen Gestaltung verbindet. Neben Konzeption und Entwurfsplanung umfassten die Leistungen die Koordination mit den Landschaftsarchitekten sowie die Entwicklung von Corporate Design und Ausstellungsgrafik.

Das Ergebnis ist ein vielschichtiger Erinnerungsraum, in dem sich Informationswand, Stelen, Beschilderung und landschaftliche Setzung zu einem stimmigen Gesamtbild verbinden – ein Ort der Aufarbeitung, der Ruhe und des Gedenkens.

 


TAZ ∙ Im Namen Jesu – Gedenkstätte erinnert an Zwangsarbeiter
whitlamsberlintour ∙ Ostarbeiter in Neukölln

 

Ausstellungsgestaltung Grafikdesign Landschaftsplanung Szenografie

Leistungen

Szenografie, Ausstellungsgestaltung, Grafikentwicklung

Mitwirkende

Studierende der Fachhochschule Potsdam (University Applied Science), Sebastian Ewert, Martin Ernerth (Ltd. Architekt)

Auftrag / Zeitraum

Evangelisches Landeskirchliches Archiv in Berlin
April 2025